Ist Ihnen aufgefallen, dass manche Menschen besser mit Herausforderungen umgehen können, sich nicht von Hindernissen entmutigen lassen und manchmal sogar gestärkt aus Krisen hervorgehen? Was unterscheidet diese Menschen von anderen? Ihre Stärke liegt in ihrer Resilienz. In einer Welt, die sich ständig verändert, wird Resilienz zu einer unverzichtbaren Fähigkeit. Doch was genau ist Resilienz, und wie können wir sie fördern?
Was genau ist Resilienz?
Der Begriff Resilienz leitet sich vom lateinischen Wort „resilire“ ab, was „zurückspringen“ bedeutet, und bezieht sich auf etwas, das wieder seine ursprüngliche Form annimmt. In der Psychologie beschreibt Resilienz die Fähigkeit von Menschen, sich von mentalen oder physischen Belastungen, Stress und Schwierigkeiten zu erholen, ihre psychische Gesundheit zu erhalten und aus den Herausforderungen gestärkt hervorzugehen.
Wie kann ich meine Resilienz fördern?
Es gibt verschiedene Ansätze zur Förderung, der individuellen Resilienz. Interventionen werden beispielsweise vom Leibniz-Institut für Resilienzforschung (LIR) angeboten. Dabei kann man sich für ein Kleingruppen- oder 1:1-Format entscheiden, in dessen Rahmen dann verschiedene Faktoren zur Resilienzförderung thematisiert werden. Hierzu zählen unter anderem die Förderung der Selbstwirksamkeit und des Selbstwertes, die Verbesserung der Fähigkeit der Emotionsregulation, aber auch die Anwendung des aktiven Copings und noch einiges mehr.
Auch andere Aktivitäten, wie regelmäßige Bewegung, haben positive Effekte auf die psychische Gesundheit und die Resilienz. Außerdem können Dankbarkeitsübungen, sowie Achtsamkeit und Meditationsübungen Emotionen regulieren, Stress reduzieren, Resilienz stärken und das Wohlbefinden steigern.
Die Forschung identifiziert mehrere zentrale Faktoren, die zur Resilienz beitragen. Darunter zählen unter anderem die folgenden:
Optimismus: Seligman (2011) zeigte, dass das positive Deuten von Ereignissen die Wahrscheinlichkeit erhöht, resilient auf Stress zu reagieren.
Selbstfürsorge & Selbstmitgefühl: Das Ergreifen aktiver Maßnahmen, um sein eigenes Wohlbefinden zu fördern und sich selbst mit Freundlichkeit und Verständnis zu begegnen, besonders in stressigen Zeiten (Neff, 2003) beeinflusst die Resilienz.
Werte & Stimmigkeitserleben: Wenn das Handeln im Einklang mit den eigenen Überzeugungen und Prioritäten steht, führt das zu einem Gefühl von Sinn und Kohärenz im Leben und stärkt dadurch die Fähigkeit zur Bewältigung von Herausforderungen (Antonovsky, 1987).
Akzeptanz: Nimmt man die Realität und unveränderliche Gegebenheiten ohne Widerstand an, kann man besser mit Herausforderungen umgehen (Hayes et al., 1999).
Flexibilität & Anpassungsfähigkeit: Die Fähigkeit, sich an veränderte Umstände anzupassen, ist ein weiterer wichtiger Faktor. Bonanno (2004) stellte fest, dass Menschen, die flexibel auf Herausforderungen reagieren, resilienter sind.
Soziale Unterstützung: Ein starkes soziales Netzwerk ein wesentlicher Resilienzfaktor. Die Studien von Luthar et al. (2000) unterstreichen, dass soziale Unterstützung als Puffer gegen Stress wirkt und die psychische Gesundheit stärkt.
Literaturverzeichnis
Bonanno, G. A. (2004). Loss, trauma, and human resilience: Have we underestimated the human capacity to thrive after extremely aversive events? American Psychologist, 59(1), 20–28.
Hayes, S. C., Strosahl, K. D., & Wilson, K. G. (1999). Acceptance and commitment therapy: An experiential approach to behavior change. Guilford Press.
Leibniz Institut für Resilienzforschung. (2024, Juni 21). LIR. https://lir-mainz.de/home
Neff, K. D. (2003). Self-compassion: An alternative conceptualization of a healthy attitude toward oneself. Self and Identity, 2(2), 85-101. https://doi.org/10.1080/15298860309032
Seligman, M. E. P. (2011). Flourish: A visionary new understanding of happiness and well-being. Free Press.
Fazit
Resilienz ist insgesamt ein flexibler und wandelbarer Anpassungsprozess, da jede durchlebte Krise uns und unsere Einstellungen verändert. Resilienz ist eine komplexe Fähigkeit, die Personen zunächst in unterschiedlichem Ausmaß aufweisen. Resilienz ist ein lebenslanger Lernprozess, der nicht nur durch individuelle Trainings, sondern auch durch eine beanspruchungsoptimale Arbeitsgestaltung und eine gesundheitsorientierte Führungskultur im Arbeitskontext unterstützt werden kann.